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Harte Schale, weicher Kern?

Holz ist einer der ältesten und wichtigsten Roh- und Werkstoffe der Menschheit. Nach wie vor übersteigt die jährliche Holzproduktion die Mengen an Stahl, Aluminium und Beton. Viel und gerne als Baustoff eingesetzt, steht dieses natürliche Material auch für Nachhaltigkeit. Wer Holz kauft, sollte sich über die Holzhärte im Klaren sein, denn je nach Anwendungsgebiet erweist sich diese als wichtig. Aber welche Holzart gilt denn nun als hart und welche als weich?

Die Holzhärte wird wie die Rohdichte des Holzes vor allem durch Zellaufbau und Wassergehalt bestimmt. So wird sie mit zunehmender Rohdichte größer und mit zunehmender Holzfeuchte geringer. Mithilfe einer einfachen Methode kann der Laie zumindest weiches von hartem Holz selbst unterscheiden: Ritzt man mit dem Fingernagel ins Holz und hinterlässt einen Kratzer, so hat man es mit weichem Holz zu tun.

Natürlich reicht der Fingernagel nicht aus, um die Härte zu bestimmen. Dem war sich auch der schwedische Ingenieur Johan August Brinell bewusst und entwickelte um 1900 ein Prüfverfahren, das bis heute maßgeblich ist. Bei seiner Methode drückt eine Stahlkugel mit einem Durchmesser von 10 mm mit langsam steigender Belastung 30 Sekunden lang in den Holzkörper bei 12% Holzfeuchtigkeit ein. Die Eindruckfläche wurde früher mit einem Fadenzähler (einer starken Lupe) ausgemessen und nach einer bestimmten Formel berechnet. Das Ergebnis wird heute wie damals in HB (Härte nach Brinell) angegeben, wobei sich heutzutage natürlich digitaler Messungen beholfen wird. Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger und härter ist das Holz.

Grundsätzlich gelten Laubhölzer härter als Nadelhölzer. Durch ihren hohen Lignin-Gehalt zählen Tropenhölzer wie das bekannte Teak zu den härtesten der Welt. In Europa heimische Arten wie etwa Ahorn, Eiche, Buche, Esche, Birne und Kirsch weisen einen harten bis mittelharten Grad auf und eigenen sich hervorragend für Naturholzböden. Fichte, Tanne, Lärche, Erle, Kiefer oder auch Kastanie werden als sogenannte „Weichhölzer“ bezeichnet.

Bei Holz als Bodenbelag spielt aber nicht nur die Holzart und -härte, sondern vor allem auch die Oberflächenbehandlung eine gewichtige Rolle. Diese will gut überlegt sein, weil es von der Endbeschichtung abhängt, wie widerstandsfähig, pflegeintensiv oder wartungsarm der Holzboden sein wird. Lassen Sie sich hierzu am besten von Ihrem Parkett-Spezialisten beraten.

Holz Härte Grafik

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